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Wolfenbütteler Zeitung vom 22.06.2026

Die Technik war veraltet, das Bad verschlissen. Eine Auffrischung bekam das Freibad Remlingen zuletzt vor 50 Jahren. Statt es aufzugeben, entschied sich die Gemeinde für eine Sanierung. Das Bad sollte pünktlich zum Start der Sommerferien eröffnen, doch der Termin verschiebt sich nun.

Grund für die Verzögerung sind einige Probleme, die im Laufe der Bauarbeiten aufgetreten waren. Das berichtet Samtgemeindebürgermeister Dirk Neumann. Zunächst war da der lang anhaltende Winter, hinzukamen unvorhersehbare Herausforderungen. „So musste das Bodengutachten präzisiert werden, weil stellenweise nicht ausreichend tragfähiger Untergrund vorgefunden wurde“, nennt Neumann beispielhaft eines der Probleme. Die Folge: Der Untergrund musste aufgebessert werden, um die notwendige Tragfähigkeit zu gewährleisten. Während der Bauzeit sei außerdem ein Auftragnehmer insolvent gegangen. Die Restleistungen wurden neu vergeben.

„Während der gesamten Baumaßnahme haben wir intensiv versucht, die Verzögerungen zu kompensieren. Firmen waren über das normale zeitliche Maß hinaus auf der Baustelle, auch Samstage waren hierbei keine Ausnahme“, sagt der Samtgemeindebürgermeister.

Wiedereröffnung in der zweiten Augusthälfte

So plant die Gemeinde nun, das Freibad in der zweiten Augusthälfte zu eröffnen. „Da wir die Becken mit Wasser füllen und die gesamte Anlage nach Abschluss der Baumaßnahme aus Gewährleistungsgründen zeitnah in Betrieb nehmen müssen, macht auch noch eine solch späte Öffnung Sinn“, erklärt Neumann.

Während der gesamten Baumaßnahme haben wir intensiv versucht, die Verzögerungen zu kompensieren.

Dirk Neumann Samtgemeindebürgermeister Elm-Asse

Aufgetretene Probleme und die aktuellen wirtschaftlichen Umstände führten zu einer Kostensteigerung in Höhe von rund 830.000 Euro. Ursprünglich sollte der Bau rund 4,5 Millionen Euro kosten. Als Faktoren nennt Neumann hier die allgemein steigende Baukostenentwicklung seit Mai 2024, eine überdurchschnittliche Baukostensteigerung bei einzelnen spezialisierten Gewerken, mit einer geringen Wettbewerbsbeteiligung seitens der Fachfirmen, und die Mehrkosten aufgrund der Baugrundverhältnisse.

Der Finanzierungsplan sah vor der Kostensteigerung so aus: Die Stiftung Zukunftsfonds Asse übernahm 2,3 Millionen Euro, weitere 967.500 Euro kamen aus dem Programm „Sanierung kommunaler Einrichtungen im Bereich Sport, Jugend und Kultur“ des Bundes. Der Förderverein des Freibades steuerte 20.000 Euro bei. Der Rest war Eigenanteil der Kommune.

Nun eine gute Nachricht: „Ich freue mich sehr, dass wir eine nochmalige Nachfinanzierung in Höhe von 700.000 Euro durch den Zukunftsfonds Asse (ZFA) erhalten“, teilt Neumann mit.

Im September 2024 wurde in Remlingen, zunächst für lange Zeit, ein letztes Mal gebadet. Dann schlossen sich die Tore, und im November begannen die Bauarbeiten. Das Besondere: Das Freibad wird komplett barrierefrei gestaltet. Mit einer Photovoltaikanlage und dem Anschluss an die Biogasanlage will die Samtgemeinde außerdem einen großen Schritt in Richtung Klimafreundlichkeit gehen.

Die sanitären Anlagen, der Umkleidebereich und der Technikraum werden neu gebaut. Außerdem ist das blaue Becken Geschichte, es wird durch ein größeres Edelstahlbecken ersetzt. Die Schwimmfläche vergrößert sich und liegt damit insgesamt bei 384 Quadratmetern. Diese teilen sich auf in das Schwimmbecken mit 250 Quadratmetern, bestehend aus vier Bahnen, den Nichtschwimmerbereich mit 100 Quadratmetern und das Kinderplanschbecken mit 34 Quadratmetern. Trotz der hohen Summe sei es gerade in Zeiten, in denen die Quote der Nichtschwimmer und die Zahl der Badetoten von Jahr zu Jahr steige, das Richtige, das Freibad Remlingen zu erhalten, so der stellvertretende Landrat Uwe Schäfer. Denn in Zukunft wolle die DLRG hier wieder Schwimmkurse anbieten. Und profitieren vom neuen Freibad sollen ja außerdem nicht nur die Remlinger, sondern auch Menschen aus den Nachbarkommunen.

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